immer freitags

ab 19:00 Uhr

 in der Kinokirche

Wittenborn

Eintritt:

3,00€ p.P.

* * *   2025 ausgezeichnet mit dem Kinopreis Mecklenburg Vorpommern in der Kategorie „nicht-gewerbliche-Spielstätten“   * * *

Programm 2026

1.05.26 | 19:00 Uhr

Wir können auch anders

Drama/Komödie | D. 1993 |  92 min.

Die außergewöhnlichen Brüder Kipp und Most erben überraschenderweise von ihrer Oma einen Gutshof im Osten. Mit Erbschein in der Tasche und Kranz auf der Ladefläche machen sie sich in ihrem klapprigen Pritschenwagen auf den Weg. Doch dieser ist nicht so leicht gefunden, da weder Kipp noch Most lesen können. Und es kommt noch schlimmer: Der flüchtige Sowjetarmist Wiktor „überredet“ das Brüderpaar mit seiner Kalaschnikow, ihn ein Stück mitzunehmen. Immerhin gelingt es dem Trio mit seiner Hilfe einer Bedrohung durch Straßenräuber zu entgehen. Dafür ist ihnen bald die Polizei auf den Fersen.

Ein tolldreistes Road-Movie, das nicht nur von seiner Story lebt – gibt’s das? Detlev Buck (Regie) macht es vor: Er treibt mit dem schieren Entsetzen seinen Spaß und kümmert sich herzlich wenig um die Plausibilität der hanebüchenen Geschichte. Diese lebt von den vielen kleinen Begebenheiten am Rande.

 

8.05.26 | 19:00 Uhr

Miroirs Nr.3

Drama | D. 2025 | 86 min.

Laura (Paula Beer) studiert Klavier in Berlin und muss einfach mal raus aus der Betonhölle. Ein Ausflug ins Umland der Hauptstadt zusammen mit ihrem Freund ist also angesagt. Doch der Trip nimmt kein gutes Ende, denn beide werden in einen schweren Autounfall verwickelt. Er stirbt, aber Laura überlebt entgegen jeder Wahrscheinlichkeit ohne auch nur ein gekrümmtes Haar. In den Nachwehen des schrecklichen Unfalls wird Laura erst mal von Betty (Barbara Auer) aufgenommen, die den katastrophalen Crash beobachtet hat. Dort, bei Betty, ihrem Ehemann Richard (Matthias Brandt) und deren Sohn Max (Enno Trebs) findet sie nach dem einschneidenden Erlebnis schnell Halt und emotionale Zuflucht. Doch während Laura glaubt, langsam heilen zu können, bemerkt sie, dass auch Bettys Familie mit einem tief sitzenden Schmerz umgehen muss, der ebenfalls danach verlangt, verarbeitet zu werden. So müssen sich alle ihren inneren Dämonen stellen…

„Eine Barke auf dem Ozean“ heißt das dritte von fünf Klavierstücken, die Maurice Ravel unter der Überschrift „Miroirs“ (Spiegelbilder) vereint hat, das den Film und seine Protagonisten indirekt bei ihrem Ringen um Balance auf schwankendem Grund begleitet. In den Kommentaren zum Film heißt es: „Es ist eine der hoffnungsvollsten und wärmsten Geschichten geworden, die Christian Petzold je erzählt hat.“

 

15.05.26 | 19:00 Uhr

 Joan Baez – I am a Noise

Dokumentarisches Porträt | USA 2023 | 113 min.

Von ihrer Abschiedstour 2018 aus blickt die Musikerin, Bürgerrechtlerin und Aktivistin Joan Baez auf ihr wechselvolles Leben auf und jenseits der Bühne zurück. Mit einer durch jahrelange Therapie geschulten Offenheit spricht sie über ihre Sehnsucht nach Ruhm und Anerkennung, über Ängste und Depressionen, musikalische Erfolge und Misserfolge wie über ihr politaktivistisches Engagement. In Verbindung von Tagebuchtexten, O-Tönen auf Audiokassetten, Archivbildern, Gesprächen mit Baez und Backstage-Momenten der Tour entsteht ein dichtes, materialreiches Porträt der legendären US-Folksängerin.

 

22.05.26 | 19:00 Uhr

Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes

Drama | D. 2025 | 104 min.

Hannover im Jahr 1704: »Ich heiße nicht Vermeer, sondern Van De Meer«, so stellt sich die als Mann verkleidete junge flämische Malerin (Aenne Schwarz) im Schloss Herrenhausen der Kurfürstin Sophie von Hannover (Barbara Sukowa) vor. In deren Auftrag und auf Wunsch ihrer Tochter Königin Sophie Charlotte von Preußen (Antonia Bill) soll die Künstlerin den berühmten und hochgeehrten Universalgelehrten und Hofrat Gottfried Wilhelm Leibniz (Edgar Selge) porträtieren. Die gebildete Sophie Charlotte leidet unter der Abwesenheit ihres geistigen Ziehvaters. Dessen Abbild soll ihr über die intellektuelle Einöde des Berliner Hofes hinweghelfen.

Der Film ist ein kleines optisches Fest und konzentriert sich geistig aufs Wesentliche, wie es einem Alterswerk ziemt. Er folgt nicht dem Sog einer Geschichte, sondern nimmt das Tempo der Erkenntnisgewinnung an, des Ein-Leuchtens. Im deutschen Film unter seinen heutigen Produktionsbedingungen ist das ein Glücksfall – heißt es in der ZEIT.

 

29.05.26 | 19:00 Uhr

Der Meister und Margarita

Fantasy/Drama | Russland 2024 | 157 min.

Der ab 1928 entstandene Epochenroman „Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow handelt von der Kollision eines begabten Künstlers mit tyrannischer Macht. Er konnte erst 1966 in zwei Teilen der Zeitschrift Moskwa erscheinen – 13 Prozent des Textes waren dabei der Zensur zum Opfer gefallen.

In Russland gab es verschiedene Versuche, den Roman filmisch umzusetzen. Kein Leichtes, denn Bulgakow hat viele fantastische Elemente eingebaut – schließlich übersteigen der Terror und die Verdrehung der Wirklichkeit unter Stalin auch jede realistische Vorstellungskraft.In Rückblenden erzählt der Film von der Zerstörung eines Schriftstellers – wunderbar dargestellt von Jewgenij Tsyganov -, müde, angefeindet, aber nicht kleinlaut beigebend. Er will ein Theaterstück über Pontius Pilatus auf die Bühne bringen, aber Stücke, die den Triumph der Wahrheit über die Lüge behaupten, haben im Moskau der 1930er-Jahre keine Chance. Mehr noch: Der Autor wird trotz seiner Berühmtheit aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen, sein Verleger distanziert sich öffentlich von ihm, nur sein Freund Aloisius steht ihm vermeintlich bei, entpuppt sich später jedoch als mieser Verräter.

2021 hat der russisch-amerikanische Regisseur Michael Lockshin den Stoff erneut ausgesprochen erfolgreich für den Film adaptiert.

 

 

1.06.26 | 19:00 Uhr

In die Sonne schauen

Drama |  D. 2025 |  149 min.

Der in der Altmark gedrehte Film „In die Sonne schauen“ bekam bereits den Preis der Jury in Cannes und geht als deutscher Kandidat ins Rennen um die Oscars. Das Drama erzählt die Geschichten von vier Mädchen in einem Zeitrahmen von fast 100 Jahren, die zu unterschiedlichen Zeiten auf einem abgeschiedenen Hof leben.Inspiriert wurde der Film durch eine alte Fotografie, erzählt Regisseurin Mascha Schilinski.“In die Sonne schauen“ bildet eine kollektive, vielleicht auch metaphysische Erfahrung ab. Es ist der bemerkenswerte Versuch, das Kino von alten Erzählformen zu entstauben, zugunsten eines Erzählens, das mehr der Erinnerung und dem Traum ähnelt.

 

5.06.26 | 19:00 Uhr

22 Bahnen

Drama | D. 2025 | 96 min.

Als Tildas Professor ihr kurz vor den Semesterferien die Möglichkeit gibt, sich mit besten Aussichten auf eine Promotionsstelle in Berlin zu bewerben, könnte sich ihr Leben für immer verändern. Doch so sehr sie von diesem Schritt träumt, so sehr schiebt die viel zu früh erwachsen gewordene junge Frau ihre Entscheidung auf. Zu wenig vertraut sie darauf, dass ihre Mutter die Sucht in den Griff bekommt; zu kurz ist die Zeit, um Ida dafür zu wappnen, künftig womöglich auf sich allein gestellt zu sein. Darüber hinaus verkompliziert das plötzliche Auftauchen von Viktor (Jannis Niewöhner) einiges. Das tragische Schicksal von dessen jüngerem Bruder Ivan (Kosmas Schmidt), mit dem Tilda zu Schulzeiten eng befreundet war, liegt wie ein weiterer Schatten über ihrem Leben, doch die Annäherung an Viktor und das gemeinsame Konfrontieren mit der Vergangenheit setzen eine emotionale Befreiung in Gang.

 

19.06.26 | 19:00 Uhr

Liebesbriefe aus Nizza

Komödie | Fr. 2024 | 94 min.

„Liebesbriefe aus Nizza“ ist eine umwerfende Sommerkomödie über einen so wilde wie wahnwitzige Racheversuch an der Côte d’Azur. Mit herrlichen Pointen entfaltet Regisseur Ivan Calbérac („Frühstück bei Monsieur Henri“) eine grandiose und sehr romantischeKomödie über den dritten und den vierten Frühling im Leben. Eine Revanche à trois voller Situationskomik, die mit viel Humor zeigt, dass kein Alter vor frischer Verliebtheit und später Rache schützt.

Seinen Anfang nimmt die Geschichte, als François auf dem Dachboden seines Hauses ein paar alte Liebesbriefe in die Hände fallen, die den pensionierten Offizier aus allen Wolken fallen lässt, denn die wortreichen Ergüsse über den „vibrierenden Venushügel“ seiner Frau Annie stammen definitiv nicht von ihm…

25. – 27.Juni 2026

Hommage an Robert Redford 

25.06.26 | 20:00 Uhr

Butch Kassidy and Sundance Kid

Drama | USA 1969 | 110 min

Der 1969 erschienene Westernmit Paul Newman und Robert Redford ist eine berühmte Hollywood-Verfilmung, die auf der Geschichte dieser beiden Outlaws basiert.Die beiden Gauner Robert Leroy Parker und Harry Longabaugh, besser bekannt als Butch Cassidy und The Sundance Kid, überfallen mit ihrer Gang „Hole in the Wall“ einen Zug nach dem anderen. Die Eisenbahngesellschaft will dem einen Riegel vorschieben und beauftragt Banditenjäger, die die Gang aufspüren und in Gewahrsam nehmen sollen. Auf der Flucht werden Butch Cassidy und Sundance Kid von den anderen getrennt und sie beschließen eine waghalsige Flucht nach Bolivien, um den Verfolgern zu entkommen.

Laut Überlieferung wurden die beiden am 7. November 1908 in San Vicente, Bolivien, in eine Schießerei mit dem bolivianischen Militär verwickelt. Es wird allgemein angenommen, dass beide Outlaws bei diesem Feuergefecht ums Leben kamen.

 

26.06.26 | 20:00 Uhr

Anatomie einer Entführung

Thriller | USA 2004 | 95 min.

Der erfolgreiche Geschäftsmann Wayne Hayes und seine Frau Eileen führen ein harmonisches Eheleben. Dass der Schein trügt, zeigt sich, als eines Tages ein Fremder Wayne tief in die Wälder hinter der Stadt entführt. In Eileens Gesprächen mit dem FBI kommt das Geheimnis ihrer Ehe ans Licht: Wayne hatte eine Affäre mit einer anderen Frau. Die Entführung wird zur Bewährungsprobe für alle – einer Probe auf Leben und Tod: Kann Wayne den Kidnapper zu seinen Gunsten beeinflussen? Und wie weit wird Eileen gehen, um ihren Mann zu retten…?

 

27.06.26 | 20:00 Uhr

Der Clou

Komödie | USA 1973 | 129 min

Der Clou ist eine Ganoven-Komödie von Regisseur George Roy Hill  aus dem Jahr 1973. Sie erzählt die Geschichte zweierTrickbetrüger, die einen raffinierten Plan entwickeln, um sich an einem Mafia-Boss zu rächen, der einen gemeinsamen Freund ermorden ließ. Mittels eines falschen Wettbüros soll der Gangsterchef um einen großen Betrag erleichtert werden. Das Unterfangen wird durch mehrere Auftragskiller und einen korrupten Polizisten erschwert.

Der Film war ein großer Erfolg und gewann sieben Oscars

3.07.26 | 19:00 Uhr

Rote Sterne überm Feld

Drama | D. Ö. 2025 | 135 min.

Mitten in der ostdeutschen Provinz wird ein wohlkonserviertes Skelett aus dem Moor gezogen. Tine und das Dorf spekulieren: Wer könnte das gewesen sein? Ein desertierter Wehrmachtssoldat? Ein verzweifelter LPGler? Der ominöse 3. Mann vom BND? Es entspinnt sich ein historisches Rätsel, in dem das letzte deutsche Jahrhundert im Heute eines Landstrichs aufscheint. Tine fragt sich: Was geht mich das an? Bis sie am eigenen Leib erfährt, wie sich die Geschichte in ihr Leben mischt.

„Dieses Dorf, was man da durch die Zeit reisen sieht, das ist zufällig auch das Dorf, wo ich aufgewachsen bin“, erklärt Regisseurin Laura Laabs. „Das heißt, die Ideen zu dem Stoff lagen schon lange vor meiner Nase. Das sind echte Geschichten, die sich um unser Dorf ranken, die auf tatsächliche historische Tatsachen zurückgreifen. An diesem kleinen Flecken Erde setze ich nun den Spaten an und frage mich: Was hat das alles eigentlich mit mir heute noch zu tun?“

 

10.07.26 | 19:00 Uhr

Monsieur Aznavour

Drama/ Biografie/Musik, Fr. 2025; 133 min.

Charles Aznavour war einer der größten Chansonniers Frankreichs. Dass seine Weltkarriere zum Superstar alles andere als ein Zuckerschlecken war, zeigt diese Filmbiografie.

Paris in den 1930er Jahren: Als der junge Charles Aznavour (Tahar Rahim) für ein paar Münzen in einem Theaterstück mitspielt, entdeckt er seine Leidenschaft für die Bühne und fasst den Entschluss, Sänger zu werden. Doch die Ausgangslage ist alles andere als vielversprechend – ohne Geld, als Sohn armenischer Einwanderer und mit einer unkonventionellen Stimme zweifelt sein Umfeld an seinem Erfolg. Getrieben von unerschütterlichem Ehrgeiz nimmt Charles jedes Risiko in Kauf.Im Verlauf des Films werden wir Zeugen, wie Charles Aznavour sich den Raum immer wieder aneignet, ihn erobert, wie er ständig an Auftritten feilt, sie gestaltet, mal tänzelnd, mal ergriffen singend. Selbst wenn er sich nach einer TV-Aufzeichnung verurteilt für seine allzu überschwängliche Körpersprache und sich dann auf der Bühne zurücknimmt: Nur auf der Bühne ist der Künstler er selbst – unantastbar, würdevoll, authentisch selbst im Scheitern.

 

17.07.26 | 19:00 Uhr

Amrum

Drama | D. Friesland | 93 min.

„Amrum“ von Fatih Akin basiert auf einer wahren Begebenheit, nämlich den Kindheitserinnerungen des Filmemachers Hark Bohm, der die letzten Kriegstage 1945 auf der Insel Amrum erlebte.

Nanning ist stolzer Pimpf und mit Mutter und Geschwistern aus dem bombardierten Hamburg nach Amrum gezogen, ins Familienhaus, in dem auch Tante Ena lebt. Manche nennen ihn deswegen abschätzig einen „Festländer“. Wenn Nanning hinausläuft in die Dünen und an den Strand, trägt er Uniform und das Walfischzahnmesser von Onkel Theo (Matthias Schweighöfer)Seehundjagd, Fischen bei Nacht, Schuften auf dem Acker – nichts ist zu mühsam oder gefährlich für den zwölfährigen Nanning, um seiner Mutter in den letzten Kriegstagen zu helfen, die Familie zu ernähren. Mit dem ersehnten Frieden aber kommen völlig neue Konfikte…

 

17.07.26 | 19:00 Uhr

Amrum

Drama | D. Friesland | 93 min.

„Amrum“ von Fatih Akin basiert auf einer wahren Begebenheit, nämlich den Kindheitserinnerungen des Filmemachers Hark Bohm, der die letzten Kriegstage 1945 auf der Insel Amrum erlebte.

Nanning ist stolzer Pimpf und mit Mutter und Geschwistern aus dem bombardierten Hamburg nach Amrum gezogen, ins Familienhaus, in dem auch Tante Ena lebt. Manche nennen ihn deswegen abschätzig einen „Festländer“. Wenn Nanning hinausläuft in die Dünen und an den Strand, trägt er Uniform und das Walfischzahnmesser von Onkel Theo (Matthias Schweighöfer)Seehundjagd, Fischen bei Nacht, Schuften auf dem Acker – nichts ist zu mühsam oder gefährlich für den zwölfährigen Nanning, um seiner Mutter in den letzten Kriegstagen zu helfen, die Familie zu ernähren. Mit dem ersehnten Frieden aber kommen völlig neue Konfikte…

 

24.07.26 | 19:00 Uhr

Wunderschöner

Komödie/Drama | D. 2025 | 138 min.

…ist ein Episodenfilm der deutschen Regisseurin und FilmschauspielerinKaroline Herfurth. Mit WUNDERSCHÖNER kehren Regisseurin Karoline Herfurth und ihre Co-Autorin Monika Fäßler zu den Figuren zurück, die das Publikum bereits 2022 in WUNDERSCHÖN kennen- und liebenlernen durfte. Zum bekannten Ensemble rund um Karoline Herfurth, Nora Tschirner und Emilia Schüle kommen u.a. Anneke Kim Sarnau als erfolgreiche Unternehmerin, die feststellen muss, dass ihr Mann sie mit einem extrem jungen Callgirl betrogen hat, Anja Kling als anti-feministische Fernsehmoderatorin und noch viele mehr hinzu, die die Komplexität der Themen noch mehr erweitern. Dabei behält Herfurth die klare Botschaft des ersten Teils bei, dass sich Frauen über so viel mehr definieren als über die oberflächliche erste Ebene einer Beziehung zu einem Mann. Und obwohl alle weiblichen Figuren des starken Ensembles mit Konflikten kämpfen, die mit dem System zu tun haben, so geht es doch eigentlich im Kern der gekonnt strukturierten Geschichte darum, sich selbst als Frau zu definieren und von den Erwartungen der Gesellschaft freizumachen. Mit allen Stärken, Schwächen, Eitelkeiten, Überlebensstrategien und Sehnsüchten.

 

31.07.26 | 19:00 Uhr

Stiller

Drama | Schweiz/D. 2025 | 99 min.

Kafkaeske Situation, in die da ein Mann bei der Einreise in die Schweiz gerät: Beim Vorzeigen seines amerikanischen Passes wird er festgenommen und ins Züricher Untersuchungsgefängnis gesteckt. Eine peinliche Verwechslung? Oder versteckt sich der Mann tatsächlich hinter einer gefälschten Identität?

Im 1954 erschienenen Roman von Max Frisch beteuert ein Ich-Erzähler in Tagebuch-Einträgen, dass er nichts zu tun habe mit diesem „Stiller“ – und untermauert dies mit bizarren Abenteuergeschichten aus seinem Leben als Weltenbummler. Aber wie daraus einen Film machen? Luchino Visconti und Wim Wenders haben die Idee  verworfen. Stefan Haupt aber hat nun einen Weg gefunden: Er lässt die Geschichten weitgehend weg und konzentriert sich ganz auf die menschlichen Beziehungen. Stillers Ehefrau, gespielt von Paula Beer, bekommt deutlich mehr Gewicht, befindet Walli Müller im NDR.

7.08.26 | 19:00 Uhr

Die Farben der Zeit

Tragikomödie | Fra./Bel. 2025 | 124 min.

In „Die Farben der Zeit“, entdecken vier Cousins und Cousinen, dass sie eine mysteriöse Familiengeschichte teilen. Die Tragikomödie schafft eine zauberhafte Zeitreise zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Ein seit den 1940er Jahren unbewohntes Haus in der Normandie soll 2024 abgerissen werden und Parkplätzen für ein neues Einkaufszentrum weichen. Die Gruppe von rund 50 Nachkommen der früheren Besitzerin, die ihre Zustimmung geben müssen, bestimmt den Imker Guy, die Geschäftsfrau Céline, den Lehrer Abdel und den Content Creator Seb als Interessensvertretende. Bei einer gemeinsamen Ortsbegehung stoßen sie in dem verlotterten Haus auf eine Menge alter Dokumente und Bilder. Ihre Aufmerksamkeit wird auf die Spuren der geheimnisvollen Adèle gelenkt, die 1895 21-jährig ihre Heimat, die Normandie, verlassen hat. Gemeinsam versuchen sie mehr über das Leben der jungen Frau herauszufinden.

 

14.08.26 | 19:00 Uhr

Karla

Drama | D.2025 | 104 min.

Bayern 1962: eine Welt von grüß Gott, VW Käfer, allgegenwärtigem Zigarettenrauch und Schlagern wie »Diana« von Conny Froboess. Dessen erste Zeilen »Wie ein Märchen fing es an, das die Zauberfee ersann« verkehrt Christina Tournatzes‘ Film »Karla« in ihr Gegenteil. Die zwölfjährige Karla (Elise Krieps) erscheint zu später Stunde allein in einem Polizeirevier und will Anzeige erstatten. Grundlage ihrer Initiative ist § 176 Strafgesetzbuch – sexueller Missbrauch von Kindern. Karla nennt die juristische Chiffre, aber liefert keine weiteren Informationen. Ihren Appell »Bitte, Sie müssen mir helfen« unterlegt sie mit der Forderung, ihren Fall einem Richter vorzutragen. Der Ermittlungsrichter Lamy versucht, ihren Fall mit unkonventionellen Mitteln zu unterstützen. Und entschlossen findet Karla ihre eigene Stimme – und setzt damit eine Veränderung in Gang, die weitreichender ist, als sie zunächst ahnt.

 

21.08.26 | 19:00 Uhr

Könige des Sommers

Komödie | Fra. 2024 |  94 min.

… ist eine hinreißende französische Coming-of-Age-Geschichte, die von der Last und Lust am Käsemachen, dem Landleben und der ersten großen Liebe.Erzählt. Der 18-jährige Anthony (Clément Faveau), den alle nur Totone nennen, ist ein Draufgänger. In seinem Dorf im französischen Jura lässt er nichts aus. Mit seinen Freunden betrinkt er sich und zieht beim Dorffest auch mal vor allen Leuten blank, hat One-Night-Stands mit Mädchen, deren Namen er sich nicht merken kann, oder rast übermütig mit dem Motorrad über die Landstraßen. Doch eines Nachts nach einer Party ist das alte Leben des sorglosen Teenagers mit einem Mal vorbei, als sein Vater gegen einen Baum fährt und stirbt. Plötzlich muss Totone, der keine anderen Verwandten mehr hat, Verantwortung übernehmen und sich um seine 7-jährige Schwester Claire kümmern.

 

28.08.26 | 19:00 Uhr

Zweigstelle

Komödie | D.2025 | 98 min.

Resi möchte sich von ihrem Freund Michi trennen. Nachdem der eine Krebsdiagnose erhält, bringt sie es aber nicht übers Herz. Nach seinem Tod wollen Resi und ihre Freunde Sophie, Phillip und Mel die Asche des Verstorbenen zerstreuen, wie er es sich gewünscht hatte. Dabei kommt es zu einem Autounfall, bei dem alle vier ums Leben kommen.

Bald darauf befinden sich die vier in einer bayrischen Behörde im Jenseits wieder. Diese soll über das weitere Schicksal entscheiden, entsprechend dem jeweiligen Glauben, etwa ob sie ins Fegefeueroder ins Elysiumkommen oder wiedergeboren werden sollen. Allerdings fehlt der Gruppe jegliche Überzeugung. Daher stellt sich die Frage, was mit jemandem passieren soll, der zu Lebzeiten an nichts geglaubt hat.

4.09.26 | 19:00 Uhr

Stella – Ein Leben

Drama | D.2023 | 123 min.

„Stella. Ein Leben.“ ist die Geschichte einer jungen jüdischen Frau im Nazideutschland, die keinen anderen Ausweg für sich sieht, als andere Jüdinnen und Juden zu verraten.

Der Film beruht nicht auf der Romanvorlage von Takis Würger, ruft  aber ähnlich kontroverse Reaktionen aus. Paula Beer spielt in Kilian Riedhofs „Stella. Ein Leben.“ die Titelrolle,von der sie selbst in Kommentaren sagt, dass die Darstellerin der so genannten „Greiferin“ für die Nazis eine der ambivalentesten Rollen ihrer Karriere war. Stella Goldschlag ist eine lebenslustige, ehrgeizige junge Frau. Sie singt in einer Jazz-Combo, wird von allen umschwärmt und träumt von einer großen Karriere. Dann trifft sie auf den Passfälscher Rolf Isaaksohn, der sich zunächst als Nazi ausgibt und bei Stella Angst und Bewunderung auslöst. Gemeinsam mit Rolf, den sie später heiratet, wird Stella zur Denunziantin, die andere Juden verrät. Aber auch sie wird verraten, verhaftet und gefoltert.Sie ist Opfer und Täterin…

 

11.09.26 | 19:00 Uhr

Die Saat des Heiligen Feigenbaums

Drama | D. Fra. 2024 | 168 min.

Das Dramahandelt von einem iranischen Ermittlungsrichter, der seiner Familie infolge der landesweiten politischen Proteste gegen die autoritäreRegierung mit zunehmendem Misstrauen und Paranoia begegnet. Im September 2022 wird im Iran die junge Kurdin Jina Mahsa Amini von der Sittenpolizei verhaftet und stirbt während der Haft. Es folgen landesweite Proteste, die das Mullah-Regime blutig niederschlagen lässt. Vor diesem Hintergrund inszeniert Mohammad Rasoulof eine Familiengeschichte, die die Auswirkungen einer spannungsgeladenen Situation in einer zerrissenen Gesellschaft zeigt.

 

18.09.26 | 19:00 Uhr

Wenn der Herbst naht

Familiendrama | Fra. 2024 | 102 min.

In „Wenn der Herbst naht“ lässt François Ozon seine Hauptdarstellerin Hélène Vincent und ihre Co-Stars unentwegt originelle Sachen an pittoresken Schauplätzen machen…

Zwei alte Freundinnen gehen im bunten Herbstwald auf Pilzsuche. Mit diesem beschaulichen Spaziergang nimmt ein Familiendrama seinen Anfang, das nahezu unmerklich sein Gift abgibt. Michelle kocht mit den Steinpilzen ein Essen für ihre Tochter Valérie, die mit ihrem kleinen Sohn Lucas aus Paris zu Besuch kommt. Aber Valérie landet im Krankenhaus, wo ihr der Magen ausgepumpt wird. Sie behauptet, dass Michelle sie umbringen wolle, und verbietet ihr den Umgang mit Lucas. Die alte Dame, untröstlich über den Verlust ihres Enkels, fragt sich verzweifelt, wie diese Pilzvergiftung passieren konnte. Ist sie etwa dement? Michelles Freundin Marie-Claude und deren Sohn Vincent, kürzlich aus dem Gefängnis entlassen, wollen Michelle trösten. Aus der Summe aller Teile über ein moralisches Dilemma wird im Filmso viel Gänsehauterzeugt, dass es lange nachhallt. 

 

25.09.26 | 19:00 Uhr

Wilma will mehr

Tragikomödie | D 2025 | 112 min.

„Wilma will mehr“ist eine charmante, einfühlsam beobachtete und mit schrägem Humor erzählte Tragikomödie, die ebenso genau in der Wirklichkeit ist, wie sie in ihrer hoffnungsvollen und berührenden Melancholie optimistisch bleibt.

Elektrikerin, Maschinistin, Obst-Expertin, Optimistin: Wilma (Fritzi Haberlandt) ist eine Frau mit vielen Talenten, zahllosen Zertifikaten und palettenweise Enttäuschungen. Bis Ende der 90er-Jahre hat sie im Lausitzer Braunkohlerevier gelebt. Als aber ihr Mann mit einer anderen Frau splitterfasernackt Spaghetti kocht und ihr der Job im Baumarkt gekündigt wird, verlässt Wilma fluchtartig ihre Heimat Richtung Wien. Mit Mitte 40 muss sie hier quasi bei Null anfangen und landet schnell auf dem Handwerkerstrich. Bald schon repariert sie sich durch den Wiener Speckgürtel, landet in einer linken Bohemian-WG, wird Fachfrau für Reparaturen aller Art und sogar Lehrerin in einer Traditions-Tanzschule. Zwischen Walzer und Elektro-Installationen entdeckt Wilma ein Gefühl, das sie längst vergessen hatte: verliebt sein, glücklich sein, die aufgeregte Hoffnung auf etwas Neues. Hineingeworfen in die Unsicherheiten einer Zukunft, in der alles möglich ist, wird Wilma ein anderer Mensch.